Sonntag, 28. Oktober 2012

Kleine neue Welt.

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Chem­nit­zer Oper bei Nacht (von Nini)

Und die Reise begann. Vor zwei Jahren, im Som­mer. Die Schule gerade hin­ter mich gelas­sen, erfolg­reich mit Abitur. Ein stol­zes Lächeln auf mei­nem Gesicht. Es war nicht per­fekt, aber ich hab es geschafft.

Ich nahm meinen Koffer mit dem wichtigsten meines ganzen Hab und Guts. Ein ein­zi­ger Kof­fer für die große Reise in ein neues Leben. Ein Leben als selbst­stän­dige Erwach­sene. Damals, noch als Grund­schü­le­rin, stellte ich mir das Leben als solche vor und ich dachte dies würde noch 100 Jahre auf sich war­ten las­sen. Damals dreh­ten sich die Uhren noch langsamer.
Nun stan­den wir da am Bahn­hof, in der Stadt, in der ich 19 Jahre lang zuvor lebte. Gefüllt mit Erin­ne­run­gen. Das Nest der Träume. Das gewohnte Umfeld. Sie drück­ten mir eine Tüte in die Hand. Sie sagte: „Öffne es erst, wenn du im Zug sitzt und er losfährt.“ Es war ein emo­tio­na­ler Moment und es über­kam mich. Ich musste sie umar­men und wünschte mir, die­ser Moment würde ewig andau­ern. Ich wollte nicht wei­nen, unter­drückte es. Weg mit der kind­li­chen Angst. Erwach­sen wollte ich sein. Und stark. Ich ver­ab­schie­dete mich von allen. Zu guter letzt stieg ich in den Zug und ver­ab­schie­dete mich leise von mei­nem alten Leben.
Das war er also, mein ers­ter Umzug. Rund sechs­hun­dert Kilo­me­ter zwi­schen der alten Hei­mat und dem neuen Zuhause. Eine neue Stadt. Eine Uni­ver­si­tät. Neue Bil­der. Neue Men­schen. — Mein Herz klopfte. Auf­re­gung, Angst und eine gewisse Ehr­furcht gegen­über dem Neuen und Unbe­kann­ten. Doch eins wusste ich, ich war nicht allein. Dann nahm ich mein Geschenk aus der Tüte, legte es auf mei­nen Schoß und packte es aus. Es war so schön. Ein Album. Ein Stück­chen Liebe. Und so kam ich nach acht Stun­den Rei­sen an. Da war ich nun. Ich wurde abge­holt und die Fahrt führte ins neue zu Hause. Meine eige­nen vier Wände.

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Chem­nit­zer Rath­haus zur Weih­nachts­zeit. (by Nini)

Manch­mal, wenn ich an die Zeit denke, die ich hier schon wohne, ver­su­che ich immer noch die­sen rie­sen Schritt zu rea­li­sie­ren. Es fühlt sich gut an und ich bin stolz die­sen Schritt gewagt zu haben in eine fremde Stadt zu zie­hen und dort zu stu­die­ren. Es erfüllt mich schon mit einem gewis­sen Stolz. Ich fühle mich sehr wohl hier und auch die Uni ist mir ein wenig ans Herz gewach­sen bzw. die Kom­mi­li­to­nen, die ich dort kennenlernte. Ich muss sagen, dass Chem­nitz mir auch als Stadt an sich ganz gut gefällt. Mir sagt die Ruhe hier sehr zu. Auch finde ich die Archi­tek­tur der alten Gebäude immer wie­der schön anzu­se­hen. Sie lassen mich immer wie­der träu­men. Auch wenn diese alt und ein­ge­fal­len sind, finde ich, zei­gen sie eine Geschichte und haben trotz all­dem immer noch einen gewis­sen Charme, der mich immer wie­der in ihren Bann zieht. Auf mei­nen Streif­zü­gen konnte ich immer wie­der zufrie­den meine bild­li­chen Errun­gen­schaf­ten mit nach Hause führen.

Kommentare:

  1. mhm lecker...

    ich hab dich getaggt
    http://muffinhc.blogspot.de/2012/10/tag-mascara.html

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  2. Bei so einem wunderbaren Blog, bleib ich gerne (gefühlte) Stunden hängen! Einfach klasse. Wunderbar <3

    Allerliebste Grüße,
    Katta.

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