Montag, 21. Januar 2013

Wenn Schicksal seinen eigenen Weg geht.

"Wir standen auf einmal zusammen alleine in der Küche. Ich weiß gar nicht mehr seit wann und woher sie kamen. Ich weiß gar nichts mehr, nur dass die beiden nun plötzlich vor mir standen.  Nach all den Jahren. Es ist ein komisches Gefühl. Wir hier. Die zwei Brüder und ich.

Es ist Ewigkeiten her, als wir uns das letzte Mal sahen. Sie haben sich verändert und ich hätte sie fast nicht wiedererkannt. Doch etwas Vertrautes in ihren Gesichtern. Ihre Augen, die gleichen wie damals. Der gleiche Ausdruck. Ich konnte fast nicht hin sehen. Wie sehr hatte ich sie vermisst  und nun sind sie wieder da.  Wir redeten nicht viel, ich konnte nicht. Kaum ein Wort  brachte ich über die Lippen, weil ich es kaum fassen konnte. Ich wusste nicht ob ich einfach weinen sollte, es überforderte mich. Ich hatte mir Sorgen gemacht, ich hatte mir den Kopf zerbrochen über sie. Ich dachte wir würden uns nicht mehr wieder sehen, sie hätten mich vergessen. All die Jahre habe ich versucht nicht so egoistisch zu sein und mich für so wichtig zu halten. Wir sitzen so da auf der Küchentheke und schauen aus dem Küchenfenster. Von ihnen abgewandt bringe ich nur ein „Ich habe euch vermisst..“ heraus. Einer der beiden nahm mich in den Arm, der den ich einst liebte. Er sagte nichts. Ich konnte mich nicht wehren, ich wollte es auch nicht. Etwas was mir so gefehlte.  Für einen Moment stand die Welt still und es fühlte sich an als wollte er mich nie wieder los lassen. Ich weiß es würde nie wieder so werden wie früher, doch der Gedanke dass sie einfach nur für mich da sind reichte mir vollkommen aus. Sein Bruder sagte etwas aber ich konnte es kaum verstehen außer: „Wer konnten nicht anders, auch wenn wir es wollten… Es tut uns leid. Wir vermissen dich auch.“ Ich hatte schon befürchtet unsere Freundschaft wäre endgültig auseinander gerissen...

Danach verschwanden sie so plötzlich wie sie auch erschienen sind. Ich lag in meinem Bett und schaute traurig auf die Uhr und wusste es war wieder Zeit mich dem Alltag hinzugeben. Und ich dachte ich hätte vergessen können." 

Band: Saosin 
Aus: Come Close Live DVD

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