Samstag, 27. September 2014

[Aus dem Leben] Ein gutes Zeitmanagement ist Gold wert, doch ich lern es nie.

Bitte wie, bitte wie, bitte wie, bitte was? - Unser letzter Beitrag ist schon einige Wochen her?! Ich muss schon ein bisschen beschämt zugeben, dass mir gar nicht auffiel wie schnell die Zeit eigentlich verging. In den letzten Wochen ereignete sich einiges: Besuch, Katzensitting, Sachen für andere Abliefern, Atmen, und Ausflüge und und und... Außerdem fielen mir keine weiteren Themen für die folgenden Wochen ein. Asche über mein Haupt!

Heute werde ich mal etwas in Angriff nehmen, was ich schon vor einiger Zeit geplant hatte, aber immer wieder vor mir herschob. Nichts desto trotz hab ich mich jetzt mal ran gesetzt und das ganze, worüber ich schreiben wollte, Revue passieren lassen. Die Rede ist von ein Projekt aus einem Universitätsseminar aus dem Sommersemesters. Zuerst war mir gar nicht klar, was da auf uns zukommen würde, doch habe ich mich einfach intuitiv für dieses Wahlfach entschieden.


Das Seminar und was ich darüber dachte.



Ich bin ja niemand, der seine Studienordnung rauf und runter studiert bis er sie auswendig kann. So dachte ich mir einfach, der Name des Seminars klingt ziemlich interessant und das wähl ich. In meinen Vorstellungen war es "Einführungen in Programme für Bilderbearbeitung und das ganze Pipapo". Da wir an der Uni überwiegend Adobe-Programme verwenden, dachte ich mir "Cool, ja dann muss ich mir in Sachen Photoshop und Co. keine Gedanken machen. Ist ja zum Glück nicht ganz so riesiges Neuland für mich." und war ganz aufgeregt, neue Programme kennen lernen zu dürfen. Für solche Sachen bin ich echt einfach zu begeistern. Vor allem, wenn man sich dort kreativ austoben kann. Nun war ich darauf eingestellt, dass uns Techniken/Methoden gezeigt und erklärt werden, die dann auch anhand von Beispielen praktisch nachmachen kann, aber das Ganze war dann doch ein bisschen anders. Ich dachte da käme mehr.

Wir wurden tatsächlich in einige Programme wie Adobe After Effects und Premiere Pro eingeführt. Man erklärte uns das Menü, die Navigation und führte uns auch ein paar Dinge vor, die wir im einzelnen Schritt für Schritt nachmachen sollten. Hauptsächlich ging es dabei um After Effects und was man damit anstellen kann. Während des Seminars war ich leicht überfordert und kam nicht immer so recht hinterher (was nicht schlimm ist. Das ist anfangs bei mir immer so.), dennoch war ich sehr beeindruckt von den Möglichkeiten. Ein wenig geflasht, malte ich mir aus, was man alles für Ideen umsetzen könnte. Schade fand ich allerdings, dass wir wirklich nur ein paar wenige Sitzungen hatten, in denen uns nur das nötigste erklärt. Den Rest sollten wir uns im Internet suchen, es gibt ja so viele Video-Tutorials im Internet. Uhm, okay. Ich meine sowas mache ich in der Regel sowieso, aber wenn man schon ein Seminar besucht, erwartet man ja schon ein bisschen mehr und meiner Meinung nach ist es ein bisschen schöner, wenn man face-to-face jemanden hat, der einem das erklärt. Aber gut. Selbst ist die Frau und wir kriegen das auch so hin, dachte ich mir. Dennoch schade.

Im Laufe der Sitzungen wurde uns erklärt, was für eine Praxisarbeit wir durchführen müssen für das Seminar und wie der Ablauf ist. Wir sollten jeder oder in Partnerarbeit eine Arbeit anfertigen, die eine Animation enthält sei es ein kleiner Clip mit Special Effects oder usw. Es sollte definitiv aufwendiger sein als nur einfach Schriften einblenden und hin und her schweben zu lassen. So besprachen wir im Vorfeld unsere Ideen/Konzepte und hofften auf die Einwilligung des Dozenten, ob die Idee gut genug ist. Gegen Ende des Seminars gab es zwei Termine, bei denen aufgeteilt, jeder sein Projekt und das Ergebnis vorstellen und evaluieren sollte.



Food ist immer gut, so unsere Idee.



Schon vornerein hab ich entschieden, dass ich das nicht alleine machen will. Weil ich erstens null Ideen habe und zweitens ist geteiltes Leid halbes Leid. Jawohl. Wer käme da wohl am besten in Frage als mein bbf (best breast friend), Akai? Ja, ich weiß, ich hab es wortwörtlich übersetzt... Ihr kennt doch sicherlich alle diese dummen Abkürzungen aus Jugendzeiten wie "abff" (aller beste Freundin foräva). Wir haben es einfach mal ein bisschen aufs Korn genommen und modifiziert. Und, ja, wir sind bescheuert.

Aber gut, kommen wir zurück zum Eigentlichen. Nun, wir haben uns schon in den ersten Einheiten Gedanken gemacht, was wir denn nun animieren wollen. "Was machen Sachen?!". Was mögen und können wir? - Dass wir beide sehr gerne essen steht wohl außer Frage, so entschieden wir uns für das Thema Food. Zudem passte es zu unseren vorherigen Praxisprojekten, die irgendwie bisher immer irgendwas mit Essen zu tun hatten. Einen älteren Beitrag dazu findet ihr hier: "Meine Cake Pops und ihre Geschichte" Wie zuvor verwendeten wir unser Sweetfactory einfach als Marke. Fragt mich bloß nicht, ob die wirklich gibt. :s

Als nächstes brachte Akai ein wichtiges Element mit ins Spiel. Sie, als Zockerweibchen, hatte die Idee das Ganze wie eine Art Video-Spiel a la Nintendo zu gestalten. Unser Konzept war ein verspieltes komplett animiertes Tutorial zu einem Gericht/Speise für Kinder. Es war von vornerein klar, dass wir alles selber erstellen müssen und dies viel Arbeitsaufwand mit sich bringen würde. Doch wir standen allem ziemlich optimistisch gegenüber. Entschieden haben wir uns für b"Wie backe ich Cupcakes"-Tutorial. Wir waren den Meinung, dass sich der Aufwand auf jeden Fall lohnen würde, denn am Ende können wir sagen: "Hey, das haben wir gemacht!" Außerdem wollten wir eine Eins. Anfangs mehr als Spaß gemeint und dann hart durchgezogen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Zeitmanagement, was ist das?


Mir war durchaus bewusst, dass unsere Idee ziemlich zeitintensiv sein werden würde, doch haben wir im gewissen Maße diese Intensität immer noch ein wenig unterschätzt und auf die leichte Schulter genommen. Das kann ich euch schon vorab sagen. Zudem kamen noch andere wunderschöne Komplikationen, die mich fast zum kotzen und gleichzeitig weinen brachten. Aber dazu später mehr. Entschuldigt die Wortwahl, doch diese ist im Gegensatz zur Situation noch eine Beschönigung für meine Frustration und Verzweiflung.



Schon drei bis vier Wochen vor der Abgabe machten wir uns klar, dass wir einiges zu tun haben werden. In der ersten Woche dümpelten wir wirklich noch langsam vor uns hin und überlegten wir wie wir nun starten wollen. Gemäß dem Motto "Wir haben ja noch drei Wochen. Alles in Lot.". Wir machten unsere ersten Skizzen unserer einzelnen Objekte, die wir für unsere Animation brauchten. - Aber was zur Hölle braucht man da alles?! - Um dem Ganzen ein wenig Einhalt zu gebieten kam ich dann auf die Idee eine Art Storyboard zu erstellen. Ich begriff mit der Zeit immer mehr, dass so ein Storyboard ein grundlegendes Element für solch Projekte ist.
Nach dem wir einen ungefähren Ablauf für die Animation hatten, machten wir uns ans Zeichnen in Photoshop und stellen unsere ganzen Objekte und Elemente her. Dafür legten wir vorher schon einen Stil und Farbkonzept fest und besprachen uns zu jeder Zeit. Das ging dann ganze zwei Wochen so. Danach wir mussten uns sputen und bekamen schon ein wenig Panik.

Da kamen sie dann auch, unsere Komplikationen. Wir mussten teilweise getrennt arbeiten, was eher suboptimal war und zum anderen auch ein technisches Hindernis mit sich brachte. Auf unseren Laptops hatten wir ja kein After Effects.



So langsam ging es dann auch schon ans Animieren. Doch für After Effects bedarf es auch einen leistungsstarke Rechner, wenn es später zum Rendern geht. Jeden Falls empfiehlt es sich. So fingen ich an am GamerPC meines Freundes zu arbeiten, was auch super gut lief, nur dann blöd wurde als wir an unseren eigenen Computern arbeiten wollten. Wie bereits erwähnt mussten wir uns später trennen, da jeweils abwechselnd bei einem eine Familienveranstaltung anstand, die für uns insgesamt mindestens eine Woche Zeiteinbuße brachte. Später hatten wir eine kleine "After Effects CC ist nicht mit After Effects CS5 kompatibel"-Odysee. Und ich wollte schon fast alles niederbrennen vor Wut, konnte mich aber gerade noch so beherrschen und machte mich im Internet schlau wie ich dieses wunderbar ätzende Problem lösen konnte. Das war gar nicht einfach und benötigte mehrere Schritte und das schwierigste war einfach die nötige Software in der Uni ausfindig zumachen. Dafür musste ich die halben Computerräume abklappern. (Zum Glück gibts auf der Uni-Homepage so eine schlaue Seite, die auflistet welche Räume über welche Programmversionen verfügen) Es war schon ein Abenteuer zu diesen Zeitpunkt in die Räume zu gelangen. Studien und so ein Spaß fanden zu der Zeit statt. Ich wollte fast Party feiern vor Freude. Nicht. In der zwischen Zeit haben wir auch bei einer Kommilitonin ausgeholfen für einen Tag, Eine Hand wäscht die andere. Es hat auch Spaß gemacht mal die Kamerafrau zu mimen oder die Stimme aus dem Off zu sein. :D

Wieder zu unserem Projekt. Nach tagelangen hin und her, was mich schon aufgeregt hatte, da es für uns wieder Zeiteinbuße bedeutete, konnten wir die Sequenzen umwandeln und unsere Arbeitsweise und Ort noch mal überdenken. So mussten wir immerhin nicht fast von vorne anfangen. Wir fanden dann auch idealerweise einen Ort, den wir für unsere Arbeit besetzen konnten und das komplett störfrei. Übrig blieb uns nur noch eine Woche. Von da an wurde uns klar: Kein Schlaf. Keine Freizeit. Kein Essen. (okay, das ist fast gelogen; gab ja Fastfood.) Keine sozialen Kontakte, oder eher kaum.; Gut. Was kütt, dat kütt.

In der letzten Woche haben wir auf Homeoffice verzichtet und uns in dem Computerpool in der StraNa niedergelassen und dort von mittags bis spät Abends an unserem Projekt gearbeitet. Und so kam es, dass wir uns die ganze Woche über zu zweit in dem Raum saßen. Wir gingen uns schon gegenseitig so auf den Geist, weil wir beide übermüdet und gereizt von der Anstrengung waren, die diese Arbeit, ohne Pause, so mit sich bringt. Irgendwann ist das Hirn matsch und der eine rafft nicht was der andere will usw. Wir wollten uns schon gegenseitig aus dem Fenster schmeißen und an die Gurgel gehen. Es hat unsere Best-Breast-Friend-Freundschaft (dieses Wort ist so herrlich seriös...) hart auf die Probe gestellt. Doch diese hat gegen Ende überlebt. Im exzessiven Turbomodus haben wir unser Projekt noch rechtzeitig zu Ende gestellt, wenn auch nicht perfekt. Aber für zwei Amateuere, die das zum ersten Mal gemacht haben, schon vorzeigbar.



An dieser Stelle, denke ich mal, werde ich erst mal einen Cut machen, da dieser Beitrag sehr lang geworden ist. Im nächsten werde ich euch unser Ergebnis vorstellen und ein Resümee dazu verfassen. Habt ihr noch irgendwelche Fragen zu diesem Thema, wenn ja schießt einfach mal los.





Kommentare:

  1. Boa, was für ein Seminar war das? :D Ich bin schon voll gespannt auf das Ergebnis. ^.^ Eine ähnliche Odyssee hab ich gerade mit "Gestaltung multimedialer Lernumgebungen" und der dazugehörigen Hausarbeit hinter mir ... Aber geschafft ist geschafft, also allgemeiner Glückwunsch an uns alle! ;)

    AntwortenLöschen
  2. Tools & Software.


    Oh, Gott. Hausarbeiten ja. Furchtbaresache. Aber ich freu mich auch dass wir alle unsere Sachen abhaken können. xD

    AntwortenLöschen

Habt ihr irgendwelche Anregungen, Kritik oder wollt einfach nur gerne einen netten Gruß hinterlasse? - Das könnt ihr gerne tun. Hinterlasst doch einfach einen Kommentar. Bitte dabei die Netiquette beachten. :)